Zukunftsforum Mittelstand: Unternehmen sichern. Zukunft gestalten. Erfolgreich übergeben.
33 Gäste, intensive Gespräche und viele konkrete Impulse für die Zukunft mittelständischer Unternehmen
Wie bleibt ein Unternehmen zukunftsfähig? Wie lässt sich ein Lebenswerk sichern? Und wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, um sich mit der eigenen Unternehmensnachfolge zu beschäftigen?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Zukunftsforum Mittelstand am 17. September 2026 in der Villa Leonhart in Königswinter. Rund 33 Teilnehmer – Unternehmer, Nachfolgeinteressierte und Experten – kamen zusammen, um sich über die drei zentralen Themen Unternehmen sichern, Unternehmen entwickeln und Unternehmen erfolgreich übergeben auszutauschen.
Veranstaltet wurde das Zukunftsforum von Die Nachfolgeexperten e.V. in Kooperation mit der IHK Bonn Rhein-Sieg, Michael Pieck und dem BVMW – Bundesverband Mittelständische Wirtschaft, Dagmar und Julian Mayer. Durch den Tag führte Julian Mayer, Repräsentant des BVMW für den Rhein-Sieg-Kreis. Die Begrüßung übernahm Dipl.-Kfm. Harald Braschoß, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Fachberater für Unternehmensnachfolge sowie Gründer von Die Nachfolgeexperten e.V. im Jahr 2008.
Die Nachfolgewelle kommt – und sie betrifft den Mittelstand unmittelbar
Den Auftakt bildete die Keynote von Prof. Dr. Frank Wallau mit aktuellen Impulsen aus Wissenschaft und Praxis zur Zukunft mittelständischer Unternehmen.
Dabei wurde deutlich, wie groß die Herausforderung der kommenden Jahre ist: Nach den Berechnungen von Prof. Wallau stehen allein in Nordrhein-Westfalen im Zeitraum 2024 bis 2028 rund 196.000 Familienunternehmen vor einer möglichen Übergabe. In diesen Unternehmen arbeiten rund 1,1 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. In neun von zehn Fällen ist das Alter der Inhaber der Grund für die anstehende Nachfolge.
Noch weiter gedacht, steigt die Zahl der potenziell betroffenen Unternehmen für den Zeitraum 2024 bis 2033 deutlich an. Damit wird Unternehmensnachfolge nicht zu einem Thema einzelner Unternehmer, sondern zu einer zentralen Zukunftsfrage des Mittelstands.
Eine zentrale Frage stand deshalb über dem Vortrag:
„Wer wird mein Lebenswerk fortführen?“
Wenn das Lebenswerk zum Risiko wird
An diese Perspektive knüpfte Dipl.-Kfm. Manfred Rinderer, M&A-Experte und Spezialist für Unternehmensbewertung und Mitglied des Vereins Die Nachfolgeexperten e.V., mit seinem Impulsvortrag an: „Wenn das Lebenswerk zum Risiko wird – Die 5 größten Fehler bei der Unternehmensnachfolge“.
Dabei ging es bewusst nicht um die Fehler „der anderen“, sondern um typische Situationen, die Unternehmer selbst erleben können.
1. Verdrängen und zu spät starten
Unternehmensnachfolge ist kein Termin, sondern ein Prozess. Wer erst wenige Monate vor der geplanten Übergabe beginnt, gerät schnell unter Zeitdruck.
Die Botschaft: Nicht morgen übergeben – morgen anfangen zu planen.
2. Die Preisillusion
Der persönliche Wert eines Lebenswerks und sein Marktwert sind zwei unterschiedliche Größen. Eine frühzeitige und unabhängige Unternehmensbewertung kann helfen, realistische Vorstellungen zu entwickeln und gleichzeitig die Finanzierung für potenzielle Käufer mitzudenken.
3. Nicht loslassen können
Eine erfolgreiche Übergabe braucht klare Rollen. Wer sein Unternehmen zwar übergibt, aber weiterhin in jede Entscheidung eingreift, erschwert dem Nachfolger oder der Nachfolgerin den Start.
Übergabe bedeutet deshalb auch, Verantwortung tatsächlich abzugeben.
4. Der Nachfolger-Blindflug
Familie oder externe Nachfolge? Diese Frage lässt sich nicht allein nach Herkunft beantworten. Entscheidend sind Eignung, Motivation und die Anforderungen des Unternehmens.
Auch die externe Nachfolge sollte deshalb frühzeitig und offen betrachtet werden.
5. Das Klumpenrisiko „Ich“
Was passiert, wenn der Unternehmer oder die Unternehmerin plötzlich für mehrere Wochen oder Monate ausfällt?
Wenn wichtige Kundenkontakte, Abläufe, Zugänge und Entscheidungen ausschließlich im Kopf einer Person liegen, wird aus persönlicher Verantwortung schnell ein unternehmerisches Risiko.
Der Aufbau einer zweiten Führungsebene, dokumentierte Prozesse und ein gut vorbereiteter „Notfallkoffer“ sind deshalb nicht nur für die Nachfolge wichtig. Sie machen das Unternehmen schon heute robuster und zukunftsfähiger.
Wissen allein reicht nicht – es braucht den persönlichen Austausch
Ein besonderer Bestandteil des Zukunftsforums waren die Zukunftswerkstätten. Hier konnten die Teilnehmer ihre individuellen Fragen direkt mit Expert aus unterschiedlichen Fachbereichen besprechen.
Vertreten waren unter anderem die Themen Steuern und Unternehmensstrukturierung, Erb- und Vermögensnachfolge, Gesellschaftsrecht, Unternehmenskauf und -verkauf, Unternehmensbewertung, Finanzierung und Altersvorsorge, Betriebswirtschaft, Strategie und Generationenwechsel, Nachfolgersuche sowie Kommunikation und Marketing.
Damit wurde aus dem Vortrag konkreter Dialog: Nicht jede Nachfolge ist gleich – und entsprechend braucht auch nicht jedes Unternehmen dieselbe Lösung.
Eine Nachfolge aus dem echten Unternehmerleben
Besonders persönlich wurde es durch den Erfahrungsbericht von Andreas Bondza von der Manometer Preiss EMPEO GmbH. Er berichtete offen über seine eigene Nachfolgegeschichte.
Der persönliche Blick auf eine Unternehmensübergabe ergänzte die wissenschaftlichen Zahlen und fachlichen Impulse um eine wichtige Perspektive: Nachfolge ist nicht nur eine Frage von Verträgen, Bewertungen und Steuern. Sie ist immer auch eine unternehmerische und persönliche Veränderung. Heute hätte Herr Bondza einiges anders gemacht – seine wichtigste Erkenntnis: sehr früh mit der Nachfolgeregelung beginnen (ca. 3.5 Jahre) und vor allem, sich Experten, Berater hinzuziehen. Er selbst und sein Vater und Verkäufer hätten eine Menge Geld sparen können.
Drei Zukunftswerkstätten: sichern, entwickeln, übergeben
Im Mittelpunkt des Forums standen schließlich drei Themenbereiche:
Unternehmen sichern – Unternehmen entwickeln – Unternehmen erfolgreich übergeben.
Denn eine erfolgreiche Nachfolge beginnt nicht erst mit der Suche nach einem Nachfolger. Sie beginnt mit einem Unternehmen, das organisatorisch, wirtschaftlich und strategisch gut aufgestellt ist.
Genau darin lag auch die zentrale Botschaft des Tages:
Wer sein Unternehmen heute zukunftsfähig macht, schafft bessere Voraussetzungen für die Nachfolge von morgen.
Ein gelungener Austausch in besonderer Atmosphäre
Mit rund 33 Teilnehmer war das Zukunftsforum bewusst auf persönlichen Austausch und intensive Gespräche ausgerichtet. Die Villa Leonhart in Königswinter bot dafür einen besonderen Rahmen.
Neben den Vorträgen und Workshops blieb ausreichend Raum für persönliche Gespräche, neue Kontakte und den Austausch unter Unternehmer.
Das Fazit des Tages: Unternehmensnachfolge lässt sich nicht auf einen einzigen Zeitpunkt reduzieren. Sie ist ein Prozess, der frühzeitig beginnt – idealerweise lange bevor die Übergabe konkret ansteht.
Die Nachfolgeexperten e.V. möchten deshalb weiterhin Wissen vermitteln, Unternehmer sensibilisieren und den Austausch zwischen Unternehmen und Fachleuten fördern.
Denn:
Damit aus Lebenswerken Zukunft wird.









































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