Unternehmen entwickeln: Warum die Zukunft heute über den späteren Unternehmenswert entscheidet
Viele Unternehmerinnen und Unternehmer kämpfen derzeit nicht darum, ihr Unternehmen zu entwickeln. Sie kämpfen darum, es erfolgreich durch schwierige Zeiten zu bringen.
Kostensteigerungen, Fachkräftemangel, veränderte Kundenanforderungen, zunehmende Regulierung und wirtschaftliche Unsicherheit machen den Alltag anspruchsvoll genug.
Warum also gerade jetzt über Unternehmensentwicklung sprechen?
Weil Unternehmensentwicklung nicht bedeutet, dass heute alles verändert werden muss.
Es geht vielmehr um eine Frage, die irgendwann für fast jeden Unternehmer wichtig wird:
Was soll aus meinem Unternehmen werden, wenn ich es eines Tages nicht mehr selbst führen möchte?
Vielleicht soll die nächste Generation übernehmen. Vielleicht kommt ein externer Nachfolger infrage. Vielleicht wird das Unternehmen verkauft.
Und vielleicht ist diese Entscheidung noch viele Jahre entfernt.
Aber genau deshalb lohnt es sich, frühzeitig darüber nachzudenken.
Denn die Qualität eines Unternehmens zum Zeitpunkt der Übergabe oder des Verkaufs entsteht nicht in den letzten Monaten davor. Sie ist das Ergebnis vieler Entscheidungen, die Jahre vorher getroffen wurden.
Ein Käufer kauft nicht nur Umsatz und Gewinn
Wenn ein Unternehmen verkauft oder an einen Nachfolger übergeben werden soll, werden natürlich die wirtschaftlichen Zahlen betrachtet.
Doch ein potenzieller Käufer stellt noch ganz andere Fragen:
Wie abhängig ist das Unternehmen vom bisherigen Inhaber?
Wie stabil sind die Kundenbeziehungen?
Wie zukunftsfähig ist das Geschäftsmodell?
Wie gut ist das Unternehmen organisatorisch aufgestellt?
Gibt es Mitarbeiter, die Verantwortung übernehmen können?
Wie transparent sind die Zahlen?
Welche Investitionen stehen in den nächsten Jahren an?
Welche Risiken gibt es?
Denn ein Käufer erwirbt nicht die Vergangenheit eines Unternehmens.
Er investiert in dessen Zukunft.
Und genau hier wird Unternehmensentwicklung relevant.
Ein Unternehmen muss nicht perfekt sein – aber es sollte entwicklungsfähig sein
Niemand erwartet, dass ein mittelständisches Unternehmen zehn Jahre vor einer geplanten Übergabe bereits perfekt auf einen Verkauf vorbereitet ist.
Das wäre unrealistisch.
Viel wichtiger ist, rechtzeitig zu erkennen, wo die entscheidenden Stellschrauben liegen.
Vielleicht ist das Unternehmen stark vom Inhaber abhängig.
Vielleicht gibt es einige wenige Großkunden.
Vielleicht sind Strukturen über die Jahre kompliziert geworden.
Vielleicht gibt es eine gute zweite Führungsebene – oder eben noch nicht.
Vielleicht ist das Geschäftsmodell erfolgreich, aber stark von Entwicklungen abhängig, die heute noch nicht absehbar sind.
Solche Punkte müssen nicht sofort gelöst werden.
Aber sie sollten bekannt sein.
Denn wer früh weiß, wo sein Unternehmen verwundbar ist, hat Zeit, daran zu arbeiten.
Und Zeit ist bei einer späteren Unternehmensübergabe ein entscheidender Vorteil.
Unternehmensentwicklung kann den Unternehmenswert beeinflussen
Der Wert eines Unternehmens lässt sich nicht allein aus einem aktuellen Jahresgewinn ableiten.
Für einen potenziellen Käufer zählt vor allem die Frage:
Welche Erträge und Chancen kann dieses Unternehmen in Zukunft erwirtschaften?
Dabei spielen viele Faktoren zusammen.
Ein Unternehmen mit stabilen Kundenbeziehungen, klaren Strukturen, nachvollziehbaren Zahlen und einer funktionierenden Organisation kann für einen Käufer attraktiver sein als ein Unternehmen mit ähnlichem Umsatz, das vollständig von der bisherigen Unternehmerpersönlichkeit abhängig ist.
Deshalb kann Unternehmensentwicklung langfristig auch Wertentwicklung bedeuten.
Nicht jede Veränderung erhöht automatisch den Unternehmenswert.
Aber die richtigen Veränderungen können dazu beitragen, Risiken zu reduzieren, Ertragskraft zu stärken und die Zukunftsperspektive des Unternehmens zu verbessern.
Die Abhängigkeit vom Unternehmer: Einer der wichtigsten Punkte bei der Nachfolge
Gerade bei mittelständischen Unternehmen ist die Persönlichkeit des Unternehmers häufig ein großer Erfolgsfaktor.
Er kennt die Kunden.
Er kennt die Mitarbeiter.
Er trifft die wichtigen Entscheidungen.
Er kennt die Geschichte des Unternehmens.
Das ist eine große Stärke.
Bei einer späteren Übergabe kann daraus jedoch eine Herausforderung werden.
Denn ein Nachfolger muss das Unternehmen weiterführen können, ohne dass der bisherige Inhaber dauerhaft an jeder wichtigen Stelle gebraucht wird.
Deshalb ist es sinnvoll, rechtzeitig zu überlegen:
Was funktioniert in meinem Unternehmen auch ohne mich?
Das bedeutet nicht, die eigene Bedeutung kleinzureden.
Im Gegenteil.
Es bedeutet, aus einem Unternehmen, das stark von einer Person geprägt ist, ein Unternehmen zu machen, das auch unabhängig von dieser Person erfolgreich funktionieren kann.
Das ist nicht nur für die Nachfolge wichtig.
Es kann auch heute schon Entlastung schaffen.
Auch die Käufersuche beginnt früher, als viele denken
Wer sein Unternehmen irgendwann verkaufen möchte, braucht nicht nur einen guten Verkaufspreis.
Er braucht auch einen geeigneten Käufer.
Und der lässt sich nicht immer kurzfristig finden.
Ein strategischer Käufer kann andere Interessen haben als ein Finanzinvestor.
Ein Nachfolger aus der Familie braucht andere Voraussetzungen als ein externer Management-Nachfolger.
Und ein Mitarbeiter, der das Unternehmen übernehmen möchte, benötigt möglicherweise eine andere Finanzierung.
Je attraktiver und klarer ein Unternehmen aufgestellt ist, desto größer kann die Auswahl potenzieller Nachfolger sein.
Unternehmensentwicklung schafft deshalb nicht nur Wert. Sie kann auch die Suche nach einem passenden Nachfolger erleichtern.
Heute überleben – morgen Optionen haben
Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten muss Unternehmensentwicklung anders gedacht werden.
Es geht nicht darum, jedem Trend hinterherzulaufen oder große Veränderungsprogramme aufzusetzen.
Manchmal besteht Entwicklung schlicht darin, das Unternehmen stabil durch eine schwierige Phase zu führen.
Manchmal bedeutet sie, eine notwendige Investition sorgfältig zu planen.
Manchmal geht es darum, Strukturen zu vereinfachen.
Und manchmal ist die wichtigste Entwicklung eine Entscheidung, die bewusst nicht getroffen wird.
Entscheidend ist:
Unternehmer sollten ihre zukünftigen Möglichkeiten nicht unnötig einschränken.
Denn wer heute dafür sorgt, dass das Unternehmen wirtschaftlich stabil, transparent und weniger abhängig von der eigenen Person ist, schafft sich später mehr Optionen.
Familiennachfolge.
Externer Nachfolger.
Verkauf.
Oder Weiterführung.
Welche Möglichkeit am Ende die richtige ist, muss heute noch niemand entscheiden.
Aber man kann heute dafür sorgen, dass möglichst viele Möglichkeiten offenbleiben.
Unternehmensentwicklung beginnt deshalb mit einer anderen Frage
Nicht:
„Was müssen wir jetzt alles verändern?“
Sondern:
„Was sollte unser Unternehmen heute können, damit wir morgen frei entscheiden können, was daraus wird?“
Genau diese Perspektive macht Unternehmensentwicklung so wichtig.
Sie ist keine zusätzliche Aufgabe auf einer ohnehin langen Unternehmer-To-do-Liste.
Sie ist ein langfristiger Prozess, der dazu beiträgt, Handlungsfähigkeit, Zukunftsfähigkeit und Unternehmenswert zu erhalten.
Und je früher damit begonnen wird, desto weniger muss später unter Zeitdruck geschehen.
Zukunftswerkstatt „Unternehmen entwickeln“
Genau diesen Blickwinkel nimmt die Zukunftswerkstatt „Unternehmen entwickeln“ im Zukunftsforum Mittelstand ein.
Gemeinsam mit Experten schauen Unternehmerinnen und Unternehmer nicht auf eine allgemeine Checkliste, sondern auf die entscheidende Frage:
Was macht mein Unternehmen heute stark – und was braucht es, damit es auch für einen Nachfolger oder Käufer attraktiv bleibt?
Dabei spielen unter anderem Unternehmensstrategie, betriebswirtschaftliche Entwicklung, Unternehmenswert, steuerliche und rechtliche Gestaltung sowie die Vorbereitung auf eine spätere Nachfolge eine Rolle.
Nicht alles muss heute gelöst werden.
Aber die richtigen Fragen sollten gestellt werden, solange noch Zeit und Handlungsspielraum vorhanden sind.
Unternehmen entwickeln und Unternehmensnachfolge
Der erste Schritt muss nicht eine große Veränderung sein. Oft reicht zunächst eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wo ist das Unternehmen stark? Wo bestehen Abhängigkeiten? Welche Faktoren beeinflussen den Unternehmenswert? Und was könnte für einen zukünftigen Nachfolger oder Käufer problematisch sein?
Das hängt stark von den persönlichen und unternehmerischen Zielen ab. Neben einer familieninternen Nachfolge können beispielsweise Mitarbeiter, externe Unternehmer oder strategische Käufer infrage kommen. Je früher die Nachfolgeoptionen betrachtet werden, desto größer ist in der Regel der Handlungsspielraum.
Der Unternehmenswert ist ein zentraler Bestandteil vieler Nachfolgeprozesse. Er beeinflusst unter anderem die Erwartungen des Unternehmers, die Finanzierung eines Käufers und die Gestaltung der Übergabe. Eine frühzeitige Beschäftigung mit wertbeeinflussenden Faktoren kann deshalb sinnvoll sein.
Wenn Kundenbeziehungen, Entscheidungen oder wichtiges Wissen ausschließlich an den bisherigen Inhaber gebunden sind, entsteht für einen Käufer ein zusätzliches Risiko. Eine stärkere Organisation und klare Verantwortlichkeiten können die Übergabefähigkeit verbessern.
Nein. Kein Unternehmen ist perfekt. Entscheidend ist, die wesentlichen Stärken, Schwächen und Entwicklungsmöglichkeiten zu kennen und ausreichend Zeit für notwendige Veränderungen zu haben.
Idealerweise nicht erst dann, wenn der Verkauf unmittelbar bevorsteht. Je früher mögliche Schwachstellen erkannt werden, desto mehr Zeit bleibt, diese zu verbessern. Eine konkrete Verkaufsabsicht ist dafür nicht notwendig.
Sie kann dazu beitragen. Für den Unternehmenswert sind unter anderem Ertragskraft, Zukunftsperspektiven, Kundenstruktur, Organisation, Risiken und die Abhängigkeit vom Unternehmer relevant. Eine gezielte Weiterentwicklung kann bestimmte Risiken reduzieren und die Attraktivität des Unternehmens für potenzielle Käufer verbessern.
Ein Unternehmen, das wirtschaftlich stabil, gut strukturiert und weniger abhängig von der Unternehmerpersönlichkeit ist, kann bessere Voraussetzungen für eine spätere Übergabe oder einen Verkauf bieten. Viele Faktoren, die für die Nachfolge relevant sind, entstehen bereits Jahre vorher.
Und die wichtigste Frage:
Wenn Sie Ihr Unternehmen in fünf Jahren übergeben oder verkaufen wollten – was würde ein Käufer heute kritisch hinterfragen?
Wenn Ihnen dazu spontan mehrere Punkte einfallen, ist das kein Grund zur Sorge.
Es ist ein guter Grund, frühzeitig hinzuschauen.

Stephanie Orefice steht Ihnen für Ihre Fragen zur Seite. Schreiben Sie uns gerne an unter: 


